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Nachruf auf Prof. Dr. Rudolf Anton Stolla

27.02.2026

In Dankbarkeit und Anerkennung nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Rudolf Anton Stolla, geboren am 11. Februar 1939 in Gurdau (Südmähren, Tschechien).

Nach seinem Abitur im Jahr 1959 in Lauingen an der Donau und dem anschließenden Wehrdienst bis zum Frühjahr 1961 begann Rudolf Anton Stolla sein Studium in München, das er am 18. Februar 1966 mit der Note „sehr gut“ abschloss. Seine wissenschaftliche Laufbahn nahm er mit großer Zielstrebigkeit in Angriff und promovierte am 29. Februar 1968. Seine Dissertation mit dem Titel „Ultraviolettmikrospektrophotometrische Untersuchungen an Samenzellen unter besonderer Berücksichtigung des DNS-Gehaltes der X- und Y-Spermien“ legte den Grundstein für sein weiteres wissenschaftliches Wirken.

Sein Forschungsschwerpunkt fokussierte auf andrologischen Fragestellungen, insbesondere auf Störungen der Spermatogenese, der Spermaqualität und der Fertilität. Mit großer Fachkompetenz, wissenschaftlicher Präzision und nachhaltigem Engagement widmete er sich der Erforschung der Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung.

Am 4. Juni 1984 erwarb er die Lehrbefähigung im Fach „Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung“ mit seiner Arbeit über „Ursachen und Bedeutung der Teratozoospermie“, die Lehrbefugnis wurde ihm am 18. Januar 1985 verliehen. 1990 wurde er dann zum Akademischen Direktor ernannt und am 14. Februar 1991 wurde er auf eine außerordentliche Professur an der Tierärztliche Fakultät in München berufen.

Mit der Ernennung zum C4-Professor für Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung an der Tierärztliche Fakultät in München am 1. Oktober 1994 erreichte seine akademische Laufbahn einen weiteren Höhepunkt. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit übernahm er bedeutende Leitungsfunktionen: von 1999 bis 2001 war er kommissarischer Leiter des Lehrstuhls für Tierhygiene, Verhaltenskunde und Tierschutz, im Oktober 2000 wurde er zuerst zum Prodekan und im Oktober 2001 zum Dekan seiner Fakultät gewählt. Zudem war Prof. Stolla der erste Vorsitzende des im Februar 2002 neu gegründeten Vereins „Alumni der Münchener Tierärztlichen Fakultät e.V." und danach bis zu seinem Ableben Sprecher des Kuratoriums.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand am 31. März 2004 endete seine akademische Laufbahn, die von großem Pflichtbewusstsein und Wirken in Forschung, Lehre und akademischer Selbstverwaltung geprägt war.

Er hinterlässt ein bedeutendes wissenschaftliches Vermächtnis. Sein Engagement für die Andrologie und die Reproduktionsmedizin, gekennzeichnet durch die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Humanmedizin, welche zur gemeinsam getragenen, jährlichen Tagung über Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung führte, sowie sein Einsatz für die akademische Gemeinschaft und vor allen für die Fakultät bleiben unvergessen.

Prof. Stolla ist an seinen 87. Geburtstag am 11. Februar 2026 verstorben. Seine Beisetzung wird am Samstag, den 14. März 2026, um 10:30 Uhr in der Pfarrkirche Bidingen (Peter-Dörfler-Platz 1, 87651 Bidingen) stattfinden.