Forschung im Bereich Fohlenintensivmedizin

Aktuelle Studien aus dem Bereich Fohlenintensivmedizin

Beim Menschen ist eine Störung des Fettsäurestoffwechsels oftmals mit einem Defekt im SLC22A5-Gen verbunden. Der Nachweis dieses Defekts kann Aufschluss über die Prädisposition für verschiedene Erkrankungen geben. In der Humanmedizin gehören deshalb genetische Tests bei Neugeborenen (z. B. auf MCAD-Mangel) zur Routine, und die Acylcarnitin-Profile betroffener Personen sind bekannt. Eine gefürchtete Erkrankung des fettsäurestoffwechsels beim Pferd ist die Atypische Weidemyopathie, die nach Aufnahme von Bergahorn (Hypoglycin A) auftritt. Die Untersuchung zugrundeliegender genetischer Faktoren bei Pferden könnte die Präzisionsmedizin voranbringen (im Sinne prädiktiver Prävention und der früheren Erkennung von Krankheitsrisiken). Die Aufklärung der Pathophysiologie und des klinischen Erscheinungsbildes bei Neugeborenen ist daher entscheidend für die Früherkennung, das rechtzeitige Eingreifen und die Verbesserung der Prognose bei dieser besonders gefährdeten Patientengruppe. Ziel dieser Studie ist eine vergleichende genomische und biochemische Untersuchung von an atypischer Weidemyopathie erkrankten, genetisch verwandten Individuen sowie nicht verwandter Vergleichstiere der gleichen Rasse.

Befunde an den Herzklappen bei Fohlen werden meist erst entdeckt, wenn klinische Symptome wie Kurzatmigkeit, eine erhöhte Ruheherzfrequenz oder Herzgeräusche auftreten und daraufhin eine Herzultraschalluntersuchung durchgeführt wird. Durch Untersuchungen von Fohlen, die keine der genannten Symptome zeigten, wissen wir, dass Veränderungen an den Herzklappen auch bei diesen Fohlen auftreten. POCUS (Point-of-care Ultraschalluntersuchung des Herzens) soll deshalb bei allen von Sepsis betroffenen Fohlen durchgeführt werden, um Herzklappenveränderungen aufzudecken, die sonst oftmals nur als Zufallsbefund erhoben werden. Im weiteren Verlauf soll bei betroffenen Fohlen dann weiter verfolgt werden, wie sich diese Veränderungen entwickeln und ob diese Einfluss auf die weitere Entwicklung und Leistungsfähigkeit haben.

Die für das adulte Pferd angewandten Schmerzerkennungsscores sind beim Fohlen nicht anwendbar, da Neonaten eine wesentlich subtilere Mimik haben bzw. nicht die typischen Schmerzanzeichen zeigen. Aus diesem Grund sollen neue, speziell auf neugeborene Fohlen anwendbare Scores validiert werden, damit Schmerzen und Unwohlsein auch beim Fohlen zuverlässig erkannt werden können.