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Studie zu Atemnot bei Hund und Katze zeigt, mit welchen Methoden schnell die richtige Diagnose gelingt

11.06.2026

Wenn ein Hund oder eine Katze plötzlich schlecht Luft bekommt, zählt jede Minute. Atemnot ist ein echter Notfall und Tierärztinnen und Tierärzte müssen schnell entscheiden, was die Ursache ist und wie geholfen werden kann.

Eine aktuelle Studie von Tierärztin Doris Bittenecker und der Arbeitsgruppe um Dr. René Dörfelt, Dr. Florian Sänger und Prof. Dr. Gerhard Wess hat nun untersucht, wie zuverlässig zwei wichtige Untersuchungsmethoden in solchen Situationen sind: Lungenultraschall und Röntgen des Brustkorbs.

Was wurde untersucht?

In die Studie wurden 144 Hunde und Katzen aufgenommen, die mit akuter Atemnot in einer Tierklinik vorgestellt wurden. Alle Tiere wurden mittels Ultraschalles der Lunge und Röntgen des Brustkorbes untersucht – beides innerhalb kurzer Zeit nach Vorstellung. Anschließend wurde überprüft, wie gut die erste Verdachtsdiagnose aus den erhobenen Befunden mit der endgültigen Diagnose übereinstimmte, die nach weiteren Untersuchungen durch Spezialisten gestellt wurde.

Was wurde gefunden?

Beide Methoden erwiesen sich als sehr zuverlässig:

  • Der Lungenultraschall lag in etwa 81 % der Fälle richtig
  • Das Röntgen des Brustkorbes in etwa 89 % der Fälle
  • In über 92 % der Fälle lieferte mindestens eine der beiden Methoden die korrekte Diagnose

Das bedeutet: In den allermeisten Fällen konnten Tierärztinnen und Tierärzte schnell eine direkte Entscheidung treffen. Auch interessant: Bei Hunden deutete ein Herzgeräusch häufig darauf hin, dass die Atemnot durch eine Herzerkrankung verursacht wurde. Bei Katzen war dieser Zusammenhang nicht zu finden.

Warum diese Ergebnisse so wichtig sind

Die Studie zeigt: Es gibt nicht „die eine perfekte Untersuchungsmethode“ für alle Krankheitsbilder. Beide Methoden haben ihre Stärken – und ergänzen sich sinnvoll.

Der Ultraschall hat den Vorteil, dass er auch am stehenden / sitzenden Patienten durchgeführt werden kann. Das Röntgen bietet häufig zusätzliche und genauere Informationen über Veränderungen in Lunge bzw. dem gesamten Brustkorb. Gemeinsam ermöglichen beide Methoden eine schnelle und gezielte Behandlung – ein entscheidender Vorteil in Notfallsituationen.

Für Tierhalter ist diese Erkenntnis beruhigend: Moderne diagnostische Verfahren ermöglichen heute in den meisten Fällen eine rasche Abklärung der Ursache von Atemnot. Dadurch kann frühzeitig die richtige Therapie eingeleitet werden – und genau das kann für betroffene Tiere lebenswichtig sein.

Hier geht es zum Artikel: https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2026.1790755/full