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Neueste klinische Beobachtungen nach erfolgreicher FIP-Therapie: Studie identifiziert mögliches „Long-FIP-Syndrom“

18.05.2026

Die erfolgreiche Behandlung der felinen infektiösen Peritonitis (FIP) mit GS-441524 ist ein Meilenstein in der Katzenmedizin. Umso wichtiger ist die Frage: Hat eine überstandene FIP oder die antivirale Therapie langfristige Folgen für die Katzen?

Eine aktuelle Studie von Tierärztin Katharina Buchta aus der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Katrin Hartmann beschreibt nun erstmals eine neue klinische Beobachtung bei Katzen nach erfolgreicher antiviraler Therapie der FIP.

In einer großen Therapiestudie an der Kleintierklinik der LMU München in Kooperation mit dem Tierspital Zürich wurden über 200 Katzen eingeschlossen, die mit einem kontrolliert hergestellten GS-441524-Präparat oral behandelt wurden. Bei vier dieser Katzen wurde innerhalb von zwei Jahren nach der FIP-Diagnose ein großzelliges Lymphom diagnostiziert. Dies entspricht einer Inzidenz von etwa 2,0 %, diese liegt damit höher als in der allgemeinen Katzenpopulation zu erwarten wäre.

Die betroffenen Katzen waren unterschiedlich alt, zwei von ihnen sogar jünger als zwei Jahre, ein Alter, bei dem Lymphome sehr selten sind. Klinisch zeigten sich vor allem Gewichtsverlust, verminderte Futteraufnahme und teilweise chronisches Erbrechen.

Das großzellige Lymphom wurde zwischen 81 und 595 Tage nach Beginn der FIP-Therapie diagnostiziert. Weder feline Coronavirus (FCoV)-RNA noch FCoV-Antigen konnten in den untersuchten Proben nachgewiesen werden. In zwei Fällen bestätigte eine molekulargenetische Untersuchung eine monoklonale B-Zell-Population, passend zu einem großzelligen B-Zell-Lymphom. Die durchschnittliche Überlebenszeit nach Diagnosestellung des großzelligen Lymphoms betrug nur 15,5 Tage.

Warum diese Ergebnisse so bedeutsam sind

Als mögliche Hypothesen für das Auftreten eines großzelligen Lymphoms bei Katzen mit FIP nach erfolgreicher antiviraler Therapie wird eine Langzeitfolge von FIP („long-FIP“), eine Langzeitnebenwirkung der Therapie oder eine Immunstimulation diskutiert. Die Ursache ist derzeit noch nicht abschließend geklärt und muss in weiteren Studien untersucht werden.

Die Ergebnisse stellen die Wirksamkeit der antiviralen Therapie keineswegs infrage: GS-441524 rettet weiterhin Leben. Gleichzeitig machen sie deutlich, wie wichtig eine sorgfältige und langfristige Nachsorge bei Katzen mit FIP auch nach erfolgreicher Therapie ist.

Mit dieser Arbeit leistet die Arbeitsgruppe von Frau Prof. Katrin Hartmann einen wichtigen Beitrag zum Verständnis möglicher Langzeitfolgen der FIP oder Nebenwirkungen einer antiviralen Therapie mit dem Nukleosidanalogon GS-441524. Sie macht deutlich, wie entscheidend eine kontinuierliche tierärztliche Betreuung auch nach überstandener Erkrankung ist.