Neue Studie zeigt rassespezifische Unterschiede in der Atmung von Hunden
13.04.2026
Die Parameter eines Lungenfunktionstests hängen offenbar auch von der Rasse ab
13.04.2026
Die Parameter eines Lungenfunktionstests hängen offenbar auch von der Rasse ab
Eine aktuelle Studie von Tierärztin Charlotte Münch und der Arbeitsgruppe um Prof. Bianka Schulz zeigt: Selbst bei gesunden Hunden lassen sich messbare Unterschiede in den Parametern zu Beurteilung der Lungenfunktion zwischen verschiedenen Rassen nachweisen.
Untersucht wurden insgesamt 41 klinisch gesunde Hunde der Rassen Dobermann, Parson Russell Terrier und Französische Bulldogge. Ziel der Studie war es, mithilfe einer speziellen, nicht-invasiven Untersuchungsmethode, der sogenannten barometrischen Ganzkörperplethysmographie, die Atmung der Tiere genauer zu analysieren.
Was ist eine Ganzkörperplethysmographie?
Die barometrische Ganzkörperplethysmographie (BWBP) ist ein modernes Verfahren zur Untersuchung der Lungenfunktion. Der Hund sitzt dabei entspannt in einer geschlossenen Messkammer, ganz ohne Narkose oder Fixierung.
Während das Tier ruhig atmet, werden kleinste Druck- und Volumenveränderungen in der Kammer gemessen. Daraus lassen sich wichtige Parameter der Atmung berechnen, zum Beispiel, wie schnell Luft ein- und ausgeatmet wird oder wie sich der Atemzyklus verändert.
Der große Vorteil: Die Untersuchung ist stressarm und spiegelt die natürliche Atmung des Hundes wider.
Was wurde gemacht?
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von fünf Minuten wurden die Hunde über mindestens 15 Minuten hinweg gemessen. Anschließend wurden verschiedene Atemparameter statistisch ausgewertet und zwischen den drei Rassen verglichen.
Was wurde gefunden?
Die Ergebnisse zeigen klare Unterschiede zwischen den untersuchten Rassen. Besonders betroffen waren unter anderem:
Diese Unterschiede blieben auch bestehen, wenn Faktoren wie Alter und Körpergewicht berücksichtigt wurden.
Warum diese Ergebnisse so wichtig sind
Die Studie macht deutlich: „Normwerte“ für die Atmung lassen sich nicht einfach auf alle Hunde übertragen. Was bei einem Dobermann normal ist, kann sich deutlich von den Werten einer Französischen Bulldogge unterscheiden.
Gerade für die Diagnostik von Atemwegserkrankungen, zum Beispiel bei kurznasigen Rassen, ist dieses Wissen entscheidend. Nur wenn rassespezifische Unterschiede berücksichtigt werden, lassen sich Erkrankungen frühzeitig und zuverlässig erkennen.
Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für zukünftige Studien, die darauf abzielen, verlässliche Referenzwerte für verschiedene Hunderassen zu entwickeln.
Für Tierhalterinnen und Tierhalter bedeutet das: Moderne Diagnostik wird immer individueller und kann so noch gezielter zur Gesundheit ihres Hundes beitragen.