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Ganganalyse bei Katzen

18.09.2026

Es macht einen Unterschied, ob das Laufband steht oder läuft

Lahmheiten bei Katzen sind oft schwer zu erkennen
Anders als Hunde zeigen Katzen Schmerzen und Einschränkungen des Bewegungsapparats nicht immer durch eine offensichtlich einseitige Lahmheit. Veränderungen können subtil sein – und genau hier können objektive Verfahren der Ganganalyse die klinische Untersuchung sinnvoll ergänzen.

In einer aktuellen Pilotstudie untersuchten Dr. Monika Mille und Kolleginnen und Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Susanne Lauer, ob der Laufbandmodus die gemessenen Gangparameter beeinflusst. Zehn gesunde Katzen wurden dafür auf demselben drucksensitiven Laufband untersucht: einmal bei stehendem und einmal bei laufendem Band. Das stehende Laufband diente dabei als Modell für das Gehen über eine feste Messstrecke.

Das Ergebnis:
Der Laufbandmodus beeinflusste einige, aber nicht alle Messwerte. Beim laufenden Band war die maximale vertikale Kraft an den Vordergliedmaßen durchschnittlich 3,3 % geringer, an den Hintergliedmaßen dagegen 4,4 % höher. Auch der vertikale Impuls veränderte sich, ebenso die Dauer von Stand- und Schwungphase der Vordergliedmaßen. Schrittlänge, Schrittbreite und die zeitlichen Parameter der Hintergliedmaßen blieben dagegen weitgehend vergleichbar.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Katzen ihre Belastung und ihr Gangmuster an die Art des Laufbands anpassen. Stehendes und laufendes Laufband liefern daher nicht bei allen Parametern unmittelbar vergleichbare Werte – ein wichtiger Punkt, wenn Messungen im Verlauf miteinander verglichen werden sollen.

Warum ist das relevant?
Objektive Ganganalysen können helfen, auch kleine Veränderungen im Bewegungsmuster zu erfassen und beispielsweise den Verlauf einer orthopädischen Erkrankung oder den Effekt einer Behandlung zu verfolgen. Damit solche Unterschiede richtig eingeordnet werden können, sollten bei wiederholten Untersuchungen dieselben Messbedingungen verwendet werden.