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Wie entgeht ein klonaler Fisch dem Aussterben?

18.03.2026

Eine neue Nature-Studie unter der Leitung unseres Kollegen Dr. Edward Ricemeyer zeigt: Der Amazonenkärpfling nutzt Genkonversion für ein gesundes Genom.

© Manfred Schartl

Seit über 100.000 Jahren bricht der Amazonenkärpfling (Poecilia formosa) die Regeln der Evolution. Als rein weiblicher, sich asexuell fortpflanzender Fisch hätte er durch die stetige Anhäufung schädlicher Mutationen längst aussterben müssen. Dennoch floriert die Art weiterhin.

Wie überlebt sie ohne sexuelle Fortpflanzung, die normalerweise schlechte Gene aussortiert? Eine bahnbrechende Studie in Nature, maßgeblich vorangetrieben von unserem Kollegen Dr. Edward Ricemeyer, hat dieses evolutionäre Rätsel nun gelöst.

Mithilfe modernster, hochauflösender Genomsequenzierung entdeckten Dr. Ricemeyer und ein internationales Forschungsteam, dass der Amazonenkärpfling eine geniale Überlebensstrategie nutzt: einen DNA-Reparaturmechanismus namens Genkonversion.

„Die Genkonversion kann schädliche Mutationen effektiv durch gesunde Kopien desselben Gens überschreiben“, erklärt Dr. Ricemeyer. Anstatt fehlerhafte DNA weiterzugeben, repariert der Fisch seinen genetischen Code, indem er intakte, gesunde Sequenzen als Vorlage nutzt.

Diese entscheidende Entdeckung von Dr. Ricemeyer zeigt, wie natürliche Selektion auch in klonalen Linien effizient funktionieren kann. Durch den Austausch beschädigter Varianten erreicht der Fisch die genetische Instandhaltung, die sonst durch sexuelle Reproduktion geliefert wird. Wir sind sehr stolz auf Dr. Ricemeyers wichtigen Beitrag zu dieser Nature-Publikation, die unser Verständnis von genomischer Gesundheit über den gesamten Stammbaum des Lebens hinweg grundlegend verändert!

Wenn Sie mehr über die Arbeit von Dr. Ricemeyer am Amazonenkärpfling erfahren möchten, besuchen Sie den LMU Newsroom oder lesen Sie die Publikation hier.